zwang

Das Kernstück der Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen ist die Konfrontation mit der gefürchteten Situation und die Verhinderung von Vermeidungsreaktionen.

 
Zwang

Abbau von Zwängen und Kontrollen

Zwangsstörungen sind psychische Störungen. Es besteht für den Betroffenen ein innerer Drang, bestimmte Dinge zu denken oder zu tun. Der Betroffene wehrt sich gegen das Auftreten der Zwänge und erlebt diese als übertrieben und sinnlos. Die Störung bringt deutliche Belastungen und Beeinträchtigungen des Alltagslebens mit sich.

Wie kann ich meine Zwangsgedanken und Zwangshandlungen behandeln?

In einem ausführllichen Erstgespräch werden ihre Gedanken und Handlungen genau analysiert. Dabei gilt es mit der Hilfe der Therapeutin zu erkennen, welche Faktoren zu diesen Zwängen geführt haben. Daraus abgeleitet können je nach Situation und Schweregrad unterschiedliche Übungen mit oder ohne Therapeutin durchgeführt werden.

Überwiegend gedankliche Zwänge werden mit kognitiven Verfahren angegangen. Die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) hat sich aus der Verhaltenstherapie entwickelt, ist heute eine der effektivsten und vielseitigsten Therapieformen der modernen Psychotherapie und nimmt folglich einen zentralen Platz in der Gesundheitsversorgung ein. Die KVT umfasst sowohl kognitive (betrifft Einstellungen und Beurteilung von Wahrnehmungen) als auch verhaltensbezogene Techniken .

Reizkonfrontation und Reaktionsverhinderung

Das Kernstück der Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen ist die Konfrontation mit der gefürchteten Situation und die Verhinderung von Vermeidungsreaktionen.

Reizkonfrontation (Exposition)
  • selbst Angst zu bewältigen;
  • dass nichts dabei passiert (Angst ist ungefährlich),
  • dass Ängste wieder abklingen;
  • dass sich Situationen, Gedanken und Gefühle aktiv beeinflussen lassen.
Reaktionsverhinderung

Die Konfrontation orientiert sich an den Zielen der KlientIn, die Reaktionsverhinderung konzentriert sich auf die Motivation, die Zwänge zu bewältigen. Es soll sicher gestellt werden, dass die KlientIn die Situation im Verlauf der extrem belastenden Reizkonfrontation nicht verlässt. Sie/er wird angehalten, über einen festgelegten Zeitraum Rituale zu unterlassen beziehungsweise auf einen vereinbarten Zeitraum zu begrenzen. Für eine gelungene Verhinderung von Vermeidungsreaktionen im vereinbarten Rahmen gibt es eine angemessene Belohnung.

Dieser komplexe Umlernprozess setzt eine starke Eigenmotivation voraus. Arbeiten Klienten (und Angehörige) aktiv mit, lässt sich das Zwangs-Dilemma weitgehend lösen.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass sich mit dieser Form der Behandlung bei über 70 Prozent der Patienten die Zwangshandlungen deutlich bessern.

Medikament oder nicht?

Psychopharmaka sind das zweite wichtige Element im Therapieplan der Zwänge. Es gibt gute Hinweise, dass eine Kombination von Medikament und Verhaltenstherapie den Erfolg erhöhen kann.

Neueren Studien zufolge ist jedoch eine spezielle Medikamentengruppe als sinnvoll anzusehen, nämlich die spezifischen Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) aus der Gruppe der Antidepressiva.

Für die Entscheidung zu einer Kombinationstherapie sollten stets sowohl der Schweregrad der Erkrankung, die Persönlichkeitsstruktur, die zugrunde liegende neurobiologische Störung als auch die sozialen Belastungen, die die Erkrankung auslösen und aufrecht erhalten können, berücksichtigt werden.

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